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Neuigkeiten von Padam Mobility

Unternehmenswerte, die den Bullshit-Detektor schlagen [Eine 4-stufige Methode]

valeurs padam mobility
Schritt 1 – Konzepte erfassen
Schritt 2 – Übereinstimmung sicherstellen
Schritt 3 – Informationen sammeln und zusammenfassen
Schritt 4 – Das ganze Team in die Umsetzung einbeziehen

In der Präambel der Vorstellung ihrer Unternehmenskultur erinnert Netflix daran, dass Enron, ein multinationales Unternehmen, das nach einem historischen Finanzskandal von der Bildfläche verschwand, die folgenden Unternehmenswerte vertrat: Integrität, Kommunikation, Respekt und Exzellenz.

Ohne Frage scheinen das Werte zu sein, auf denen ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut sein kann. Allerdings nützen die ‘beeindruckendsten’ Werte nichts, wenn es nur leere Worthülsen sind. Wie können wir also sicherstellen, dass Unternehmenswerte wirklich der Realität entsprechen? Dass sie tagtäglich gelebt werden und sowohl die Vision als auch die Mission unterstützen?

Heute möchten wir Ihnen unsere Methodik zu diesem Thema vorstellen und hoffen, dass Sie Ihr Feedback dazu mit uns teilen. #share

Wo stecken die Werte in unserem Unternehmensansatz? 

Harold Laswell

Harold Laswell (Bild), der Mitbegründer der Unternehmenskommunikation definierte den berühmten Grundsatz: Wer sagt was zu wem über welchen Kanal mit welchem Effekt. Die Werte sind das Kernstück des “Wer”. Sie ziehen sich daher durch das gesamte Modell, bis hin zu den Wirkungen.

Die Bedeutung von Werten für den Erfolg eines Unternehmens wurde von Collins und Porras in Built to last, einer Pflichtlektüre für jede Führungskraft, ausführlich beschrieben und dadurch populär gemacht.

Unsere Werte sind vor allem Maßstäbe, die die richtige Art zu handeln definieren.

Schritt 1 – Einzelinterviews: Konzepte erfassen

Durch ein individuelles Interview mit jedem Mitarbeiter wurde eine Liste von Stimmungen und Schlüsselwörtern herausgearbeitet, indem Fragen gestellt wurden wie:

– Was repräsentiert Padam Mobility am besten?
– Warum ist dieses Unternehmen einzigartig?
– Was ist Deine persönliche Aufgabe bei Padam Mobility?
– Welche Aspekte tragen dazu bei, dass Padam Mobility funktioniert?
– Und welche bewirken das Gegenteil?
– Was beeindruckt Dich am meisten an Deinen Kollegen? Was vermisst Du?
– Was hat Dich überrascht, als Du bei Padam Mobility angefangen hast?

 

Les valeurs @Padam
Die Größe der Begriffe steht für die Häufigkeit ihrer Nennung.

Ein Unternehmen mit einem kleinen Team hat es leicht, eine schnelle Befragung unter allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen durchzuführen. ‘Größere’ Unternehmen, ab etwa 40 Mitarbeitern, können alternativ einen anderen Fokus wählen, beispielsweise nur ehemalige und neue Mitarbeiter befragen. Wenn es nicht die Möglichkeit gibt, Einzelinterviews durchzuführen, können auch Fragebögen per Mail an das gesamte Unternehmen verschickt werden.

Eine genaue Analyese aller Antworten ergibt schließlich eine Liste, deren Inhalte zu klaren ‘To Dos’ umformuliert werden müssen. Nichts ist kontraproduktiver, als eine Dokument, das bloß ‘gute Vorsätze’ enthält.

Wir wollten Werte benennen, die den Bullshit-Detektor bestehen. Also gaben wir jedem Wert ein positives Gegenstück.

Der Stringenz stellten wir zum Beispiel die Dehnbarkeit entgegen. Der Stärke setzten wir Finesse entgegen, der Aktion setzten wir Reflexion entgegen, usw.

Der Bullshit-Detektor besteht darin, die Wirkung einer Botschaft zu bewerten, indem man prüft, ob sie widerlegbar ist. Das heißt, ob jemand das Gegenteil von dem behaupten könnte, was Sie sagen. Wenn nicht, ist die Botschaft leer.

Zum Beispiel: “Ich will die Arbeitslosigkeit senken” besteht diesen Test nicht, weil niemand will, dass sie steigt. Es ist keine einprägsame Botschaft. “Ich will die Arbeitslosigkeit der über 55-Jährigen durch geförderte Verträge über einen Zeitraum von 5 Jahren senken”, besteht diesen Test dagegen mit Bravour.

Schritt 2 – Die Umfrage: Übereinstimmung sicherstellen 

Anschließend führten wir eine Umfrage unter allen Mitarbeitern durch, in der wir genauer nach den Werten fragten, die sich während der Einzelinterviews herauskristallisiert hatten. Um ein möglichst vollständiges Bild zu erhalten, sollten sich alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auf einer Achse zwischen zwei entgegengesetzten, aber positiven Werten positionieren. Wir baten alle Teilnehmer einzuschätzen, welchen Wert das Unternehmen am meisten schätzt, und wollten auch wissen, welcher Wert für sie selbst am wichtigsten ist. So konnten sich beispielsweise die Werte “Wohltat” und “Pflicht”, “Eigenverantwortung” und “kollektive Verantwortung” oder auch “Vielseitigkeit” und “Spezialisierung” auf der Achse gegenüber liegen.

Es ist unerlässlich, das Team nach den Werten des Unternehmens zu fragen. Nur so kann sichergestellt werden, dass Mitarbeiter und Management auf einer Wellenlänge sind. Für ein Unternehmen wäre es fatal, wenn die Wertevorstellungen der Mitarbeiter sich grundlegend von den Wünschen der Unternhemensleitung unterscheiden. Auf Dauer kann so keine fruchtbare Zusammenarbeit entstehen.

Wir sind effizient, weil wir an die Werte unserer Mission glauben, sowohl in ökologischer als auch in sozialer Hinsicht. Im Kern unseres Handelns sind es menschliche Überlegungen, die uns täglich zusammenschweißen. Daher kommt der kollektive Ehrgeiz, jedes Problem auf unserem Weg zu überwinden, und die Energie, die wir zur Lösungsfindung aufbringen.”

Benoît Casoatto – CTO von Padam Mobility

Anhand von 18 x2 Fragen konnten wir jeden der Werte und seine Umkehrung auf entsprechenden Achsen platzieren. Dieser Prozess war recht aufwendig und sicherlich nicht der spannendste Teil des Verfahrens. Aber die gesammelten Daten erlaubten es uns, die Kernaussagen festzulegen und entsprechende Maßnahmen formulieren zu können.

Schritt 3 – Ergebnisse und Einordnung: Informationen sammeln und zusammenfassen 

Diese Phase fand während einer gemeinsamen Tagung aller Mitarbeiter außerhalb des Unternehmens statt. Für uns war dieser Schritt die perfekte Gelegenheit, um zu einem Kollektiv zusammenzuwachsen. Während der Versammlung ging es jetzt darum, die Ergebnisse der Umfrage auf einem Diagramm mit den folgenden Achsen zu platzieren:

  • Geschätzt von den Mitarbeitern (+/-)
  • Geschätzt vom Unternehmen (+/-)

Cartographie
Die sogenannten “Nightmare Zones” zeigen Unstimmigkeiten: also, wenn sich das Management von Padam Mobility und seine Mitarbeiter nicht einig sind, wie wichtig bestimmte Werte sind.
Unten links (“c’est pas nous” – “das sind nicht wir”), was uns nicht repräsentiert: Werte, die für das Padam Mobility-Management und auch für die Mitarbeiter gleichermaßen kaum wichtig ist.
Die kleinen blauen Dreieckige stellen Werte dar, die nur  auf bestimmte Gruppen von Mitarbeitern und die Unternehmensführung zutreffen. Diese Aspekte müssen in Zukunft stärker berücksichtigt werden.
Das obere Dreieck auf der rechten Seite entspricht schließlich den Übereinstimmungen: hier wird ersichtlich, welche Wertevorstellungen sowohl das Unternehmen als auch Padam Mobility’s Mitarbeiter haben.

Wir haben diese Ergebnisse vor dem gesamten Team präsentiert, hier sind die Werte, die sich in unserem sogenannten “Sweet Spot” abgezeichnet haben:

Sweet spot
• Anpassungsfähigkeit (eher als Überzeugung)
• Widerstandsfähigkeit (eher als Stärke)
• Fürsorge (eher als Forderung)
• Kollektive Verantwortung (eher als individuelle Verantwortung)
• Der Eisbrecher (eher als der Sturrkopf)
• Funktional (eher als technisch)

Aus diesen Ergebnissen haben wir aussagefähige Konzepte abgeleitet und zu 4 Werten bzw. Botschaften synthetisiert. Diese Werte können auch durch Ausdrücke dargestellt werden (“Erledigt ist besser als perfekt”, zum Beispiel). Die Darstellungsweise ist nicht wichtig, wichtig ist, dass die Botschaft deutlich ist.

Der Übergang von Begriffen zur Formulierung von Wertvorstellungen ist der Schlüssel, und es gibt keine ‘beste’ Methode. Wahrscheinlich bedarf es hierbei einer Mischung aus Intuition, Mut und Aufrichtigkeit. Die Unternehmensleitung oder auch die Mitgründer sollten bei diesem Schritt die Verantwortung übernehmen. Natürlich können interne Mitarbeiter in den Prozess mit einbezogen werden, allerdings eher um die Ergebnisse zu validieren, nicht um sie zu definieren.

IMPACT – SHARE – CARE – LEAN

• Wir bewerten unser Handeln anhand der Auswirkungen (‘impact‘) auf Anwender, unsere Umwelt und auf die Gesellschaft, in der wir leben.
• Wir teilen (‘share‘) unsere Verantwortung. Jede Aufgabe ist eine kollektive Aufgabe. Jeder Transport ist ein kollektiver Transport.
• Wir kümmern (‘care‘) uns um den Umgang innerhalb des Unternehmens, aber auch außerhalb. Unsere Fürsoge untereinander bildet das Fundament unserers Erfolgs.
• Wir verfolgen einen schlanken (‘lean‘) Ansatz bei dem, was wir tun. Wir konzentrieren uns auf den unmittelbaren Nutzen.

Wir haben uns entschieden, 4 Werte in den Vordergrund zu stellen. Es hätten auch drei sein können, oder mehr als vier, aber Vorsicht: Netflix hat 9 Werte formuliert, was für uns zu viel ist. Wir persönlich haben das Gefühl, zu viele Werte könnten ablenken und die eigentlichen Botschaften verwässern. Jedes Unternehmen muss für sich selbst entscheiden, welche Lösung die für sie richtige ist.

Schritt 4 – Die Ausführung: Das ganze Team in die Umsetzung einbeziehen

Im Rahmen unserer kleinen Exkursion, haben wir nach der Präsentation der 4 Unternehmenswerte Teams, bestehend aus jeweils 5 Personen, gebildet. Jedes Team wurde dann gebeten, die folgenden Werte näher zu definieren:

• Verhalten, das unsere Unternehmenswerte unterstützt
• Verhalten, das nicht akzeptiert werden kann
• Eine Redewendung
• Ein Zitat
• Eine ‘echte’ Person, die die Werte repräsentiert
• Eine imaginäre Person, die die Werte repräsentiert

Eine Stunde und tausend Ideen später …

Ein Beispiel für den Wert ‘Impact’:

Exemple de la valeur impact
Unter diesem Link können Sie alle Ergebnisse zu unseren 4 Unternehmenswerten finden (zögern Sie nicht, den Zugriff anzufragen). Wir sind sehr stolz auf die Ergebnisse, denn unsere Unternehmenskultur macht aus uns scharfsinnige, aufrichtige und ausdauernde Persönlichkeiten.

Unternehmenswerte: Was bewirken sie? 

Wir teilen ein gemeinsames kulturelles Fundament.

Durch die Formulierung gemeinsamer Werte, kennen wir die Faktoren, für eine langfristige erfolgreiche Zusammenarbeit und können Verhaltenensweisen und Fähigkeiten fördern, die wir alle schätzen. Außerdem fällt es uns so leichter, zukünftige Mitarbeiter gezielter anzusprechen und zu entscheiden, ob eine Person zum Unternehmen passt oder nicht. Die Frage “Was passiert, wenn eine Person sich gegenteilig zu unseren Werten verhält?” lässt sich also leicht beantworten. Eine gemeinsame Wertevorstellung ist wichtig, alles andere würde beide Parteien auf Dauer unglücklich machen.

Wie bringen wir sie zum Leben?

Das geschieht bereits während des Bewerbungsprozesses: Wenn ein Bewerber oder eine Bewerberin seine oder ihre Unterlagen einsendet, wird er oder sie gleichzeitig aufgefordert eine Frage zu beantworten, die sich auf unsere Werte bezieht. Außerdem sind unsere Unternehmenswerte immer fester Bestandteil während der persönlichen Bewerbungsgespräche. Während des Onboarding-Prozesses werden unsere Werte zudem noch einmal ausführlicher erklärt. Jede Präsentation vor dem Team ist also eine gute Gelegenheit, die Übereinstimmung zwischen unserem Handeln und unseren Werten aufs Neue hervorzuheben.

Wie wir es schaffen, unsere Werte langfristig mit Leben zu erfüllen? Darüber werden wir in einem anderen Artikel berichten.

 

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Mobilität im ländlichen Raum: Wie gelingt es, DRT-Services wirtschaftlich tragfähig zu machen?

Rural Mobility Webinar

Mobilität im ländlichen Raum: Wie man ein DRT-Angebot aufbaut, um die wirtschaftliche Nachhaltigkeit über die Fördermittel hinaus zu gewährleisten – über dieses Thema diskutierten Mobilitätsexpert:innen in einem von Padam Mobility organisierten und von Beate Kubitz moderierten Webinar. Lesen Sie hier die wichtigsten Take-Aways! 

Während in städtischen Gebieten der öffentliche Nahverkehr weitestgehend gut ausgebaut ist, sind ländliche Regionen in der Regel kaum oder gar nicht an ein öffentlichen Netz angebunden. Demand-Responsive Transport, also ein Transport der sich an die Bedürfnisse der einzelnen Bewohner anpasst, kann hier Abhilfe schaffen. Fahrzeuge fahren nur die Strecken, die von den Nutzern gebucht werden und vermeiden so unnötige Kilometer und CO2-Emmissionen. 

In der Theorie eine gute Idee, in der Realität häufig noch nicht durchgesetzt. Doch woran liegt es, dass DRT-Services noch nicht flächendeckend eingesetzt werden? 

Über die Machbarkeit und konkrete Einführung von Transport-on-Demand-Diensten diskutierten die 5 Mobilitäts-Experten Beate Kubitz, Matthew Clark (Steer), Matt Dacey (VIX Technology), David Shakory (ehemals MOIA, jetzt what3works), und David Carnero (Padam Mobility) in dem von Padam Mobility organisierten Webinar „Ländliche Mobilität: Wie man ein DRT-Angebot aufbaut, um die wirtschaftliche Nachhaltigkeit über die Fördermittel hinaus zu gewährleisten“

Warum sind DRT-Angebote in ländlichen Gebieten immer noch unterentwickelt?  

Die Experten sind sich einig, DRT ist eine wichtige Errungenschaft und hat großes Potenzial, die Mobilität der ländlichen Bevölkerung und damit ihre Lebensqualität entscheidend zu verbessern. 

Doch damit DRT für alle verfügbar gemacht werden kann, gilt es, mit Vorurteilen aufzuräumen und identifizierte Probleme aus dem Weg zu schaffen. Ein wichtiger Aspekt ist in diesem Zusammenhang die Flexibilität vom Vekehrsbetreiber und Softwareprovider. Jedes Gebiet ist unterschiedlich und muss einzeln analysiert werden, um zu erkennen, wie der DRT-Service beschaffen sein sollte, um für Nutzer einen Mehrwert zu bieten. „Zuerst muss man genau verstehen, was die eigentlichen Bedürfnisse der Bevölkerung sind und wie diese Bedürfnisse befriedigt werden können“, sagt dazu Matthew Clark und fügt hinzu: „Es ist wichtig zu erkennen, dass mit ‚ländlich‘ nicht ein und derselbe Ort gemeint ist (…)“.  Dieser Aspekt zieht sich durch die gesamte Diskussion: Bedürfnisse verstehen und das DRT-Angebot flexibel daran anpassen. 

Wie kann ein Demand-Responsive Transport-Service wirtschaftlich tragfähig gemacht werden? 

Wie aber gelingt es, einen Transport-on-Demand-Service auch wirtschaftlich tragbar zu machen? Bisher, so die allgemeine Auffassung, sind öffentliche Pooling-Dienste nicht profitabel. Allerdings sollte dies nicht der Hauptanreiz sein, um der Bevölkerung einen ländlichen DRT zur Verfügung zu stellen. David Carnero sagt, der Dienst müsse einen bestimmten Punkt erreichen, “an dem er aus betrieblicher Sicht effizient ist“.  Weiter meint er: “Es ist ein Plattformspiel, also muss die Plattform aufgebaut werden, die Nutzung muss aufgebaut werden (…).” Um überhaupt von Profitabilität sprechen zu können, muss der Dienst den Nutzern einen echten Mehrwert bieten, von ihnen angenommen werden und sich langfristig etablieren. Dieser Prozess geht nicht von heute auf morgen.

Entscheidend ist außerdem, dass DRT-Services effizient eingesetzt werden, um nicht etwa nur ein weiteres Mobilitätsprodukt zum bestehenden Verkehr hinzuzufügen, sondern den Verkehr tatsächlich entlasten, etwa indem sich Nutzer entscheiden, einen DRT-Service zum nächstliegenden Verkehrsknotenpunkt zu nutzen, anstatt auf das eigene Auto zurückzugreifen. 

Die hohe Nutzerfreundlichkeit, die DRT-Services bieten, kann ein Motor dafür sein, Nutzer generell dazu zu bewegen, mehr öffentliche Mobilitätsangebote in Anspruch zu nehmen. Dies könnte ein wichtiger Schritt in Richtung Maas (Mobility as a Service) sein und die Art, wie wir Mobilität wahrnehmen und nutzen revolutionieren – besonders auf dem Land.

 

Klicken Sie hier, um sich das Webinar in voller Länge anzuschauen. 

Was ist Ihre Meinung zu diesem Thema? Diskutieren Sie mit uns

 

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Mobilität im ländlichen Raum: Wie unsere DRT-Lösungen dabei helfen, Gebiete besser zu vernetzen

Mobilité rurale

Mobilität auf dem Land bleibt in Deutschland ein zentrales Thema. Rund 16 Millionen Menschen leben hier in ländlichen Regionen, genauer gesagt in Gebieten, in denen die Bevölkerungsdichte weniger als 150 Einwohner pro Quadratkilometer beträgt (ADAC, 2018). Somit hängen die alltäglichen Aktivitäten – Arbeitsplatz, Freizeitangebote, Einkaufsmöglichkeiten etc. – entscheidend von den Mobilitätsmöglichkeiten ab. Auffällig dabei ist, dass der öffentliche Nahverkehr kaum zur Fortbewegung genutzt wird. Nur etwa 8 % aller Menschen in Stadtrandgebieten oder auf dem Land nutzen Busse, Bahnen oder andere öffentliche Verkehrsmittel (Statista, 2018); die große Mehrheit verlässt sich auf das eigene Auto. Ursachen für die Unbeliebtheit der öffentlichen Verkehrsmittel werden vor allem darin gesehen, dass das Verkehrsangebot in Bezug auf Pünktlichkeit, Bediengebiete und Servicequalität oft nicht der Nachfrage der Menschen entspricht (YouGov, 2017).

Von Anfang an war es das Ziel von Padam Mobility, die Mobilität in dünn besiedelten Gebieten effizienter und leichter zugänglich zu machen. Tagtäglich arbeiten wir daher an unserer Mission, Bewohner peri-urbaner und ländlicher Gebiete mit nachhaltigen, gemeinsam genutzten Mobilitätslösungen zu versorgen. Durch die Implementierung von On-Demand-Verkehrsdiensten (DRT und Paratransit) schaffen wir es, die Mobilität von Menschen zu verbessern und ihnen den Zugang zu Dienstleistungen und Arbeitsplätzen zu erleichtern.

Unsere Lösungen haben sich bereits in mehreren ländlichen Regionen bewährt, weil sie sich mühelos an die lokalen Gegebenheiten anpassen lassen und passende Antworten auf die Probleme der Verantwortlichen vor Ort bieten. Beispielsweise ermöglichen sie es, die Kosten pro Fahrt zu reduzieren, da einerseits die Fahrgastzahlen aufgrund des attraktiveren Angebots steigen, während gleichzeitig die Betriebskosten durch weniger Leerfahrten deutlich sinken. Ein zusätzlicher Vorteil ist die Möglichkeit, unsere Lösungen in bestehende Mobilitätsangebote zu integrieren, um bestehende Netze, auch bei geringer Nachfrage, optimal bedienen zu können. Darüber hinaus decken unsere Lösungen die folgenden Herausforderungen ab:

Entwicklung eines attraktiven Mobilitätsangebots 

  • Berücksichtigung lokaler Gegebenheiten und Anpassung an unterschiedliche Anwendungsfälle
  • Ergänzung zum konventionellen ÖPNV-Angebot

Servicequalität 

  • Reduzierung der operativen Kosten und deutliche Verbesserung der Leistungsfähigkeit von DRT- und Paratransit-Diensten
  • Entlastung der Callcenter: schnellere Buchung und Bearbeitung, automatische Fahrtenabwicklung

Benutzererfahrung und digitaler Wandel 

  • Kürzere Buchungszeiten
  • Steigerung der Nutzerfreundlichkeit durch die Einführung neuer Buchungskanäle (Website und mobile Applikation) 
  • Verbessertes Nutzererlebnis: Informationen in Echtzeit, Buchungen für mehrere oder wiederkehrende Termine vornehmen, Erinnerungs-Push-Benachrichtigungen, ergonomische Oberflächen, etc.

Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit

  • Reduzierung des CO2-Fußabdrucks und von Feinstaub dank Routenoptimierung und Ride-Pooling
  • Anpassung der Software an alle Arten von Fahrzeugflotten
  • Zusammenlegung von DRT- und Paratransit-Diensten für ein umfassendes und zu 100 % barrierefreies Angebot

In Frankreich in Châlons-en-Champagne, in Saint-Omer, in der Bretagne und in der Region Pays de la Loire sowie im deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz, haben wir bereits Padam Mobility DRT- und Paratransit-Lösungen erfolgreich eingeführt. Durch die neuen lokalen Verkehrsmöglichkeiten konnten wir die Mobilität der Landbevölkerung erheblich verbessern und ihre Abhängigkeit vom eigenen Auto reduzieren.

Dank der neuen On-Demand-Verkehrsdienste (DRT und Paratransit) konnten neue Wege zur Organisation und Gewährleistung einer integrativen und nachhaltigeren Mobilität geschaffen werden. Dies ermöglicht einen allmählichen Übergang zu kohlenstofffreien Transportmitteln, reduziert die Umweltbelastung durch private Autos und verbessert den Zugang zu Arbeitsplätzen und Dienstleistungsbereichen. 

Die Implementierung von dynamischen DRT- und Paratransit-Smart-Lösungen garantiert Betreibern und lokalen Behörden unmittelbare Vorteile:

  • Höhere Fahrgastzahlen und gleichzeitig niedrigere Betriebskosten pro Fahrt dank eines verbesserten Nutzererlebnisses und der Einführung neuer Buchungskanäle, die breitere Nutzergruppen ansprechen (junge Menschen, Senioren, Pendler, Gelegenheitsnutzer).
    Konkret: DRT-Dienste verdreifachen ihre Fahrgastzahlen im Durchschnitt, sobald sie mit der Padam Mobility-Technologie ausgestattet sind.
  • Optimierung der Ressourcen durch Zusammenlegung von Serviceleistungen auf einer einzigen Plattform, um die Nutzung der Angebote zu maximieren. Die Plattformen können an jeden Fahrzeugtyp und jede Nutzergruppe angepasst werden und gewährleisten so eine optimale Ressourcenallokation und ein optimiertes Servicemanagement.

Das Potenzial und die neuen Anwendungsfälle, die diese Transportdienste on-demand ermöglichen, eröffnen neue Perspektiven:

Das Mobilitätsangebot als Ganzes überdenken

  • Während der reguläre ÖPNV auch bei sehr geringer Nachfrage betrieben wird, können intelligente DRT- und Paratransit-Dienste so eingerichtet werden, dass sie sich mit den regulären ÖPNV-Netzen verbinden und so die Fahrgastzahlen erhöhen, anstatt mit den bestehenden Linien zu konkurrieren. 
  • Vor dem Hintergrund der Entwicklung von Mobility-as-a-Service-Lösungen (MaaS), stellen DRT und Paratransit-Dienste eine Möglichkeit dar, um bestimmte Gebiete vollständig zu erschließen und nahtlose Fahrten (mit anderen Verkehrsmitteln) zu ermöglichen.

Schnelle und kostengünstige Anpassung an neue Anwendungsfälle, die als Folge der aktuellen Corona-Pandemie entstanden sind

  • Dynamische DRT- und Paratransit-Dienste ermöglichen die Einrichtung von intelligenten Gesundheitstransportdiensten in ländlichen Gebieten, die sich an besonders gefährdete Personen richten. Auf diese Weise können Gesundheitsversorgungs- oder Impfzentren bedient, Staus verringert oder reguläre Linien ergänzt werden.
  • Darüber hinaus lernen viele Menschen die Annehmlichkeiten eines Lebens auf dem Land zu schätzen und ziehen vermehrt von urbanen Gebieten in ländlichere Regionen.
    Diese Neuankömmlinge, die oft kein Auto (oder nicht einmal einen Führerschein) besitzen, haben andere Erwartungen und Anforderungen in Bezug auf Mobilitätsmöglichkeiten, die sich flexibel an ihre Lebensweise anpasst.

 

 

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Der Transport vulnerabler Menschen zu den Impfzentren – eine Herausforderung, der sich nun der öffentliche Personennahverkehr stellt

Impfkampagne

Die begonnene Impfkampagne zielt vorrangig auf die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen ab. Für jene, für die der Impfstoff am dringendsten benötigt wird, kann gleichzeitig auch das Thema Mobilität eine Herausforderung darstellen.

Die Aufgabe besteht nun darin, diese Menschen sicher zu den Impfstellen zu transportieren, was bisher nicht das Hauptanliegen von Entwicklern öffentlicher Transportsysteme war.

Die Region Île-de-France hat in Zusammenarbeit mit den Departements alle ihre Ressourcen eingesetzt, um den Transport zu und von den Impfstellen zu erleichtern. Die Region stützt sich dabei auf die PAM-Netze (Pour Aider à la Mobilité – Unterstützung bei der Mobilität) der Departements, die es Menschen mit einem Behinderungsgrad von 80 % oder mehr ermöglichen, in der Region mobil zu sein.

Außerdem setzt sie auf ihr dynamisches, bedarfsgesteuertes Transportsystem, TAD IDFM. Diese Innovation, die gemeinsam von der regionalen Stadtverwaltung, Padam Mobility und setec realisiert wurde, hat bereits Zehntausenden von Nutzern einen effizienten öffentlichen Transport in den dünn besiedelten Gebieten der äußeren Vororte von Paris ermöglicht.

Extrem schnelle Implementierung

Der dynamische Demand-Responsive Transport ist flexibel und ermöglicht es, eine Fahrt zwischen zwei Haltestellen zu buchen, ohne dass das Fahrzeug vordefinierten Linien oder Fahrplänen folgen muss. So konnte der Verkehrsverbund auf der Plattform Padam Mobility schnell Haltestellen hinzufügen, um Impfzentren im Großraum Paris zu bedienen: in Rambouillet, Saint-Rémy lès Chevreuse, Houdan, Melun, Nemours, Lagny und Pontoise.

Impfkampagne

Der Nutzer kann in der mobilen Applikation, auf der Website oder am Telefon einfach die neue Haltestelle auswählen, das ist möglich, da sich das Verkehrsnetz in Echtzeit entsprechend angepasst hat. Die Benutzeroberflächen ermöglichen es auch, anzugeben, ob der Benutzer über 75 Jahre alt ist. Falls ja, ist der Transport zu einem Impfzentrum kostenlos.

 

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MOBILITY AS A SERVICE (MAAS) IST IN LILLE AUF DEM VORMARSCH

Keolis Lille, der Betreiber des öffentlichen Verkehrsnetzes Illévia in der Metropolregion Lille, hat jüngst die Softwarelösung für Demand-Responsive Transport von Padam Mobility in seine mobile App Illévia integriert. Diese Integration wurde in der Applikation durch den von Kisio Digital entwickelten multimodalen Trip-Planer Navitia realisiert. Es ist ein weiterer Schritt in Richtung Mobility as a Service (MaaS) in Lille.

Die Integration ermöglicht es nun jedem Benutzer sämtliche Transportmittel (einschließlich des Demand-Responsive Transport), die er benötigt, um nahtlos an sein Wunschziel zu gelangen, auf einmal zu buchen.

Der MaaS im Dienste der Nutzererfahrung

Die Integration kommt dem Wunsch der gemeinsamen Kunden von Kisio und Padam Mobility nach, alle Verkehrsmittel nach einer MaaS-Logik zu integrieren. Die App der Ilévia-Mutter bietet ein komplettes Mobilitätspaket und ermöglicht die Buchung von Fahrten aus anderen Shared-Mobility Apps, wie z. B. Mitfahrgelegenheiten oder Demand-Responsive Transport-Angebote wie etwa Ilévia Réservation.

Die Nutzererfahrung wird dadurch wesentlich vielseitiger und flexibler. Der Nutzer kann in Sekundenschnelle auf das gesamte verfügbare Transportangebot zugreifen und kann Fahrpläne vergleichen, um seine beste Reisemöglichkeit zu wählen. Die Fahrt erfolgt nahtlos bis zum Zielort.

Die erstmalige Integration der Padam Mobility DRT-Lösung in die Illévia-App erleichtert den Einwohnern von Lille den Zugang zu diesem neuen Transportsystem. Dank der exzellenten Zusammenarbeit zwischen den Teams von Padam Mobility und Kisio Digital, konnten wir das Projekt zügig umsetzen. Gemäß der Logik von Mobility as a Service (MaaS) ist die Integration der Angebote der neuen Mobilitäts-Hauptakteure in unseren Navitia Trip-Planer ein wichtiger Entwicklungsschritt. Durch die Kombination von immer mehr Verkehrsmitteln, haben wir die Möglichkeit, den Nutzern eine größere Auswahl zu bieten.”

Malik Chebragui, Products and Operations Director bei Kisio Digital

Ein weiterer Vorteil für die Nutzer: Sie müssen nicht mehr genau wissen, mit welchem Verkehrsmittel oder in welchem Servicebereich sie einen Teil ihrer Fahrten durchführen wollen, da nur die relevanten Routen vorgeschlagen werden. Sie müssen auch nicht mehr genau wissen, wie die nächstgelegenen Haltestellen ihrer Zieladresse heißen.

Steigerung der Fahrgastzahlen 

Für die Metropolregion Lille ermöglicht die neue Integration ihr gesamtes Mobilitätsangebot, einschließlich DRT, sichtbarer zu machen, was die Fahrgastzahlen deutlich steigern dürfte.

Für ein Unternehmen wie uns ist es wichtig, barrierefreie Schnittstellen zu gestalten. Für unsere Kunden ist dies ein grundlegender Vorteil, der es ihnen ermöglicht, ihr Transportangebot verständlicher und sichtbarer zu machen.” 

Ziad Khoury, Mitgründer und COO von Padam Mobility

Aus technischer Sicht wird die Integration dank Deeplinking ermöglicht, das es der Ilévia-Mutter-App erlaubt, die Ilévia DRT-Reservierungs-App abzufragen. Außerdem kann sie dadurch Origin-Destination (OD)-Suchen generieren und automatisch Buchungen auf den Abschnitten vornehmen, die von dem DRT-Service bedient werden.

Einen besseren Zugang zum Mobilitätsangebot in ländlichen Gebieten gewährleisten

Der Zugang zu einer nahtlosen Mobilität, die alle möglichen Verkehrsmittel vereint, ohne sie gegenseitig in Konkurrenz zu setzen, ermöglicht die Erleichterung des Reisens für alle und bietet eine Antwort auf räumliche und soziale Ungleichheiten sowie auf den Klimanotstand.

Un pas de plus vers le MaaS à Lille: capture d'écran du calculateur d'itinéraire Un pas de plus vers le MaaS à Lille: capture d'écran du calculateur d'itinéraire Un pas de plus vers le MaaS à Lille: capture d'écran du calculateur d'itinéraire Un pas de plus vers le MaaS à Lille: capture d'écran du calculateur d'itinéraire

 

Mobility as a Service (MaaS) in Helsinki, der Wegbereiter einer neuen urbanen Mobilität

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