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Verkehrsbetriebe

Rufbus VGI-Flexi in Ingolstadt gestartet

Nächster Schritt für die Verkehrswende in der Region Ingolstadt: Seit Jahresbeginn 2024 gibt es das beliebte Rufbus-Konzept des Verkehrsverbund Großraum Ingolstadt, VGI AöR, auch in der oberbayerischen Großstadt. Der neue Rufbus VGI-Flexi FX2 holt die Fahrgäste nach vorheriger Buchung an über 30 VGI-Flexi Haltestellen im Kerngebiet von Ingolstadt ab – so flexibel und bequem wie nie zuvor.

Der VGI-Flexi Bedarfsverkehr, der vom Verkehrsverbund VGI im Sommer 2022 zunächst im Raum Beilngries gestartet wurde, erweitert sein Bediengebiet um die Großstadt Ingolstadt. Das neue Bediengebiet, das in der VGI-Flexi-App unter „Ingolstadt – FX2“ aufgerufen werden kann, ist seit Anfang Januar 2024 verfügbar. Kleinbusse sind nun nicht nur in den bestehenden Gebieten rund um Beilngries, Scheyern, Denkendorf, Baar-Ebenhausen und Karlskron sowie Schernfeld, Dollnstein und Mörnsheim unterwegs, sondern auch in und um Ingolstadt.

Der Rufbus VGI-Flexi FX2 Ingolstadt holt die Fahrgäste nach vorheriger Buchung an über 30 VGI-Flexi Haltestellen im Kerngebiet von Ingolstadt ab. Das neue Mobilitätsangebot bedient zum Beispiel den Westpark, den Nordbahnhof, den Rathausplatz und die Saturn-Arena mit offiziellen Haltestellen. Das Klinikum Ingolstadt nimmt dabei eine Schlüsselposition ein. Das innovative Mobilitätsangebot eignet sich besonders für Beschäftigte des Krankenhauses, denn sie fahren auch am Wochenende und in der Nacht. So kann das Personal flexibel den VGI-Flexi nutzen, wenn die Schichtzeiten nicht zum Fahrplan der Linienbusse passen.

In der Fachsprache heißt das Erfolgsrezept „Free Floating“: Die Minibusse des VGI-Flexi sind frei unterwegs. Sie folgen also nicht einer bestimmten Linie, sondern richten sich nach den vorliegenden Fahrtwünschen der Nutzenden. Denn ein erfolgreicher ÖPNV darf keine Hürden für die Fahrgäste haben. Wichtig ist daher ein kundenfreundlicher, unkomplizierter Zugang: Die VGI Flexi App informiert nicht nur jederzeit über die Fahrt, sondern ermöglicht auch direkte Buchung und Bezahlung. Zudem können an die Fahrgäste regelmäßig Informationen zum aktuellen Status der Buchung zurückgemeldet werden.

Der Service wird über die VGI-Flexi-App von Padam Mobility angeboten, genauso wie es bereits für bestehende Bediengebiete der Fall ist. In Deutschland ist diese Form der regionalen On-Demand-Mobilität bisher einzigartig. Das Projekt zeigt überzeugend, dass On-Demand-Mobilität sich mühelos in die bestehende Verkehrsinfrastruktur einer Region integrieren lässt, ohne mit ihr zu konkurrieren, sondern diese vielmehr zu unterstützen. Dabei ist es von entscheidender Bedeutung, die Buchung von Fahrten so benutzerfreundlich und finanziell attraktiv wie möglich zu gestalten, um eine umfassende Akzeptanz bei allen Zielgruppen sicherzustellen.

Auch der nahe Austausch mit Fahrgästen ist ein wichtiger Faktor, um den Service zu optimieren. Vor der Einführung des neuen Bediengebiets hatten zukünftige Nutzer und Nutzerinnen des VGI-Flexi die Möglichkeit, sich persönlich im Klinikum zu informieren. Zwischen Dezember und Januar stand dazu ein Infostand bereit.

Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr, BMDV, und der Projektträger Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM) fördern unter dem Titel „VGI newMIND“ etwa 50 Einzelmaßnahmen bis Ende 2024. Im Dezember 2021 erhielten der Zweckverband Verkehrsverbund Großraum Ingolstadt und seine Verbundpartner Förderbescheide über eine Gesamtsumme in Höhe von rund 27,8 Mio. EUR zum Ausbau und zur Qualitätsverbesserung im gesamten regionalen und städtischen ÖPNV. Die Abkürzung newMIND steht dabei für Mobilität, Innovation, Nachhaltigkeit und Digitalisierung.

Der Verkehrsverbund Großraum Ingolstadt, bestehend aus den Landkreisen Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen an der Ilm sowie der Großstadt Ingolstadt, stärkt die Zusammenarbeit in der Region zur Entwicklung eines einheitlichen ÖPNV-Standards und vereinfacht zugleich die Services für die Fahrgäste.

 

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„callheinz“ trifft AzubiShuttle: Landkreis Rhön-Grabfeld setzt auf Digitalisierung bei der Ausbildungsmobilität

Der Landkreis Rhön-Grabfeld baut sein digitales Mobilitätsangebot weiter aus: Im Januar 2024 wird das beliebte AzubiShuttle neu aufgelegt und in den seit September diesen Jahres bestehenden On-Demand-Service „callheinz“ integriert. Der flexible Bedarfsverkehr, dessen digitales Hintergrundsystem und Buchungsschnittstellen von Padam Mobility bereitgestellt werden, verbessert seitdem die alltägliche Fortbewegung vieler Einwohner und Einwohnerinnen in der Grabfeldregion. Die anstehende Integration des seit 2020 betriebenen Azubi-Shuttles in die „callheinz“-Plattform verspricht nicht nur eine moderne, sondern auch maßgeschneiderte Lösung für die individuellen Bedürfnisse der Auszubildenen.

Das AzubiShuttle-Projekt wurde vor drei Jahren vom Landkreis Rhön-Grabfeld aus der Notwendigkeit heraus geboren, Auszubildenen, die einen Platz in einem Betrieb abseits der regionalen Stadtzentren gefunden hatten, bei ihrem täglichen Arbeitsweg zu unterstützen. Aufgrund der geringen Einwohnerdichte und somit unregelmäßiger Nachfrage für eine Beförderung in die ländlichen Gegenden des Landkreises, war es kaum möglich, für junge Auszubildende eine attraktive öffentliche Beförderungslösung zu finden, insbesondere in den Morgenstunden.

Ab Projektbeginn wurden vier Fahrzeuge eingesetzt, die die rund 30 Auszubildenden so individuell wie möglich befördern sollten. Wer für den Service in Frage kommt, wird nach der Bewerbung seitens der Auszubildenen vom Landratsamt entschieden. Wichtig ist dabei, dass kein Parallelverkehr zum bestehenden ÖPNV angeboten wird. Trotz dieses sehr gutes Ansatzes und Feedback der Nutzer, war die Organisation der Routen und die kontinuierliche Anpassung an sich ändernde Gegebenheiten eine Herausforderung. In der Praxis war es kaum möglich, individuelle Zeitpläne, Krankheitstage, wechselnde Routen, etc. problemlos zu koordinieren, daher erfolgte nach dem Auslaufen des Förderzeitraums im Dezember 2022 eine strategische Entscheidung: die Integration des AzubiShuttles in den „callheinz“-Service.

Diese Digitalisierung verspricht nicht nur eine effizientere Routenorganisation, sondern auch Echtzeit-Anpassungen an unvorhergesehene Herausforderungen wie veränderte Berufsschulzeiten oder unerwartete Ausfälle.

Auszubildene, die für den Service zugelassen sind, haben direkten Zugriff auf ihren Service in der callheinz App. Dadurch ist es ihnen möglich, wie bei dem „herkömmlichen“ On-Demand-Dienst Fahrten zu buchen, zu stornieren, zu verändern, etc. Andere Nutzer der App haben keinen Zugriff auf den Service, können aber wie gewohnt in den anderen Bediengebieten des „callheinz“ Fahrten buchen. Derzeit werden neben dem Landkreis Rhön-Grabfeld auch die Landkreise Schweinfurt und Kitzingen bedient.

Die Integration des AzubiShuttles in den „callheinz“-Service ist nicht nur eine Antwort auf die Herausforderungen der ländlichen Mobilität, sondern auch ein klares Signal für die Innovationskraft des Landkreises Rhön-Grabfeld. Dieser Schritt in die digitale Zukunft verspricht nicht nur eine optimierte Ausbildungsmobilität, sondern stärkt auch die Attraktivität der Region als Ausbildungsstandort.

 

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Padam Mobility startet „Buss On Demand“ für den schwedischen Verkehrsverbund Västtrafik

  • Der neue On-Demand-Service wird ein Gebiet in Ulricehamn, Västra Götaland, Schweden bedienen
  • Das Ziel der ersten achtmonatigen Pilotphase besteht darin, den Einfluss des On-Demand-Service auf das Mobilitätsverhalten der Bevölkerung zu untersuchen
  • Nutzer können den „Buss On Demand“ über eine dedizierte Anwendung buchen

Västtrafik, einer der größten Verkehrsverbünde Schwedens, suchte nach einer Lösung, um die weniger bevölkerten Gebiete um die mittelgroße Stadt Ulricehamn zu verbinden und damit die Mobilität der Einwohner und den Zugang zur Innenstadt zu verbessern. Das Projekt ist in mehrere Pilotphasen unterteilt. Die erste Pilotphase dauert 8 Monate und untersucht, wie die Einführung von On-Demand-Mobilität das Reiseverhalten der Bevölkerung beeinflusst.

Ulricehamn gehört zur Provinz Västra Götalands län und bietet die App „Västtrafik To Go“ für den öffentlichen Nahverkehr. Mit dieser Reise-App, die für Android- und iOS-Geräte verfügbar ist, können Nutzer alle öffentlichen Verkehrsmittel in der Region buchen und Tickets kaufen. Für zünftige Pilotprojekte ist geplant, das Fahrplaninformationssystem HAFAS des deutschen Unternehmens Hacon teilweise zu integrieren. Sowohl Padam Mobility als auch Hacon gehören vollständig zu Siemens Mobility und arbeiten als Schwesterunternehmen an intelligenten Softwarelösungen für den öffentlichen Straßenpersonenverkehr.

Das Servicegebiet des ersten Pilotprojektes ist etwa 20 km² groß. Fahrten werden nach Wunsch durchgeführt und sind nicht an eine feste Strecke gebunden, was bedeutet, dass Nutzer auf schnellstem Weg zu ihrem gewünschten Ziel transportiert werden. Die intelligenten Algorithmen, auf denen das System basiert, sorgen dafür, dass Fahrtanfragen gebündelt werden und Passagiere mit ähnlichen Zielen zur gleichen Zeit im selben Fahrzeug transportiert werden.

Um diesen Prozess zu vereinfachen, führte Padam Mobility einen neuen Ticket-Prototyp ein, der es den Nutzern ermöglicht, Tickets für den On-Demand-Service direkt über die MaaS-App über einen Deep Link zu bezahlen. Der Preis basiert auf der bestehenden Tarifstruktur, und auch gültige Saisonkarten werden im „Buss On Demand“ akzeptiert.

Der Dienst ist von 7:00 Uhr bis 22:00 Uhr an Wochentagen und von 9:00 Uhr bis 22:00 Uhr am Wochenende verfügbar. Zu Beginn des Projekts wird ein Fahrzeug eingesetzt, jedoch kann die Flotte bei Bedarf flexibel um ein weiteres Fahrzeug erweitert werden.

Über Västtrafik

Västtrafik ist für den öffentlichen Nahverkehr in der Region Västra Götaland, Schweden, verantwortlich. Jeden Tag bringt der Verkehrsverbund über 444.000 Kunden in Bussen, Zügen, Straßenbahnen und Booten an ihr Ziel. Durch die Entwicklung und Bereitstellung von nachhaltigen Transportmöglichkeiten und intelligenten Dienstleistungen positioniert sich Västtrafik als starker Anbieter für Mobilitätslösungen. Auf diese Weise trägt Västtrafik dazu bei, eine Grundlage für nachhaltiges Wachstum in Västra Götaland zu schaffen – für  eine attraktive und wettbewerbsfähige Region.

Über Padam Mobility

Gegründet im Jahr 2014, bietet Padam Mobility digitale On-Demand-Lösungen für den öffentlichen Nahverkehr, um ländliche und peri-urbane Gebiete zu transformieren und einen besseren Zugang zu Mobilitätsdiensten für alle zu schaffen. Dafür bietet Padam Mobility eine Software-Suite mit intelligenten und flexiblen Lösungen, die den öffentlichen Nahverkehr besser an die tatsächliche Nachfrage, insbesondere in dünn besiedelten Gebieten, anpassen. Die Software-Suite basiert auf leistungsstarken Algorithmen und künstlicher Intelligenz. Verkehrsunternehmen, Aufgabenträger und private Unternehmen vertrauen Padam Mobility, wenn es darum geht, den Zugang zu Gebieten zu verbessern, Mobilitätsdienste zu optimieren und den Betrieb zu optimieren. Das Unternehmen begleitet seine Kunden auf dem Weg zur betrieblichen Exzellenz und fördert umweltfreundliche Mobilität. Padam Mobility wurde im Mai 2021 von Siemens Mobility übernommen. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Paris.

Über Hacon

Hacon entwickelt seit über 35 Jahren Software, die Verkehrsunternehmen dabei hilft, Prozesse zu optimieren und Reisen für Kunden so einfach wie möglich zu gestalten. Das Unternehmen will sicherstellen, dass seine Lösungen den öffentlichen Nahverkehr als eine wettbewerbsfähige Alternative zum privaten Pkw etablieren. Daher entwickelt Hacon sein Portfolio laufend weiter: Mobilität als Dienstleistung (MaaS), Reiseinformation und Ticketing, Betriebsprodukte für Verkehrsunternehmen oder Fahrplanerstellung und -planung – Hacons Produkte decken alle Aspekte intelligenter Transportsysteme ab. Hacon verknüpft öffentlichen und privaten Verkehr und stellt Reisenden täglich über 100 Millionen Tür-zu-Tür-Routenberechnungen zur Verfügung. Neben regionalen Plattformen entwickelt Hacon auch landesweite Lösungen, z.B. für die Niederlande und Spanien. Hacon gehört seit 2017 zu Siemens Mobility und hat seinen Sitz in Hannover.

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On-Demand-Mobilität & Transportberatung – Webinar mit Xuefei Wang, Jack Holland und Chris Hillcoat – FAQ

Die „Mobilität auf Abruf“ ermöglicht es, Menschen dort zu erreichen, wo der Zugang zum öffentlichen Verkehrsnetz kaum oder gar nicht vorhanden ist, zum Beispiel in abgelegenen oder sehr ländlichen Gebieten. Natürlich sind Mobilitätsdienste, die Menschen nach Bedarf von A nach B transportieren nicht neu. Der digitalisierte bedarfsgesteuerte Verkehr optimiert jedoch die genutzten Ressourcen, wählt effizientere Routen und sorgt dafür, dass so viele Menschen wie möglich gleichzeitig befördert werden können. Digitalisierte On-Demand-Services revolutionieren das Angebot im öffentlichen Verkehr zweifellos, vorausgesetzt ihre Planung und der Betrieb basieren auf sorgfältig erarbeiteten Erkenntnissen. Denn jede Region hat unterschiedliche Merkmale, etwa ihre geografische Lage, die Bevölkerungsdichte oder Mobilitätsgewohnheiten der Bürgerinnen und Bürger.

Um zu veranschaulichen, wie Padam Mobility bei der Einrichtung von On-Demand-Diensten arbeitet und Einblicke in die (technischen) Möglichkeiten des Transportberatungsteams zur Modellierung bedarfsgesteuerter Transporte zu geben, haben wir ein Webinar zusammen mit Landor Links veranstaltet. Unter der Leitung von Chris Hillcoat, Mobilitätsexperte bei KPMG, sprachen Xuefei Wang, Leiter des Transportberatungsteams, und Jack Holland, Head of Business Development für den nordeuropäischen Markt über Best Practices der Mobilitätsberatung und Modellierung von On-Demand-Verkehren in Theorie und Praxis.

Das Interesse am Webinar war groß. Das Publikum konnte seine Fragen an die Diskussionsteilnehmer im Voraus oder während des Webinars stellen. Allerdings reichten 90 Minuten kaum aus, um alle Fragen im Detail zu beantworten. Daher fassen wir die am häufigsten gestellten Fragen im folgenden Artikel zusammen.

Welches sind die wichtigsten kontextbezogenen Aspekte bei der Modellierung eines On-Demand-Dienstes?

Wenn wir einen On-Demand-Dienst modellieren, zielen wir immer darauf ab, Lücken im bestehenden öffentlichen Verkehrsangebot zu schließen. Dies kann auch bedeuten, dass ein On-Demand-Dienst zu bestimmten Tageszeiten eine bereits festgelegte Linie ergänzt oder dass die Linie in einen On-Demand-Dienst umgewandelt wird, wenn die Nachfrage gering ist, zum Beispiel zu Nebenzeiten.

Es gibt auch verschiedene kontextuelle Aspekte, die wir in unsere Analyse einbeziehen: Demografie (Wer sind potenzielle Nutzer und was sind ihre Bedürfnisse?), Geografie (Was sind wichtige Orte in der Region? Gibt es abgelegene Gebiete?, usw.), Wirtschaft (Gibt es Industriestandorte in der Region? Macht es Sinn, Transport für Mitarbeiter einzurichten?), Mobilität (Wie ist die Verkehrsverteilung in der Region? Welche anderen Mobilitätsanbieter sind vorhanden? Wie bewegen sich die Einheimischen normalerweise fort?) und Politik (Gibt es einen lokalen Mobilitätsplan? Welche Mittel stehen für Mobilitätsmaßnahmen zur Verfügung?).

All diese Aspekte können aufzeigen, welche Art von On-Demand-Diensten die Menschen in einer Region benötigen, und beeinflussen die Modellierung des Dienstes: Anwendungsfälle, Dienstgestaltung, Flottengröße, Kosten, Anzahl der potenziellen Nutzer, usw.

Gibt es Leitlinien für die Mindest- und Höchstbevölkerung, die Fahrgastdichte usw., die den Erfolg eines DRT-Dienstes sicherstellen?

Ländliche Dienste, die große Gebiete mit einem Free-Floating Modell (keine feste Linienführung) abdecken, haben wahrscheinlich eine Poolingrate von 2-3 Fahrgästen pro Stunde. Periurbane Dienste in recht dicht besiedelten Gebieten haben bei einem Free-Floating Service eine Poolingrate von 3-5 Fahrgästen pro Stunde. Es könnte in bestimmten Servicekonzepten möglich sein, 6+ zu erreichen, wenn die Voraussetzungen stimmen, wie z.B. Zubringer- oder virtuelle Linien zu einem beliebten Verkehrsknotenpunkt oder Arbeitsplatz zu Stoßzeiten.

Außerdem gilt: Mindestbevölkerung – On-Demand-Verkehre können extrem ländliche Gebiete abdecken, jedoch müssten hohe Subventionen in Betracht gezogen werden; Höchstbevölkerung – In europäischen städtischen Gebieten mit starken Busnetzen und anderen öffentlichen Verkehrsmitteln wird On-Demand-Mobilität wahrscheinlich nicht benötigt und hat keine positiven Auswirkungen auf verstopfte Straßen. Hier sollte der Schwerpunkt auf Massenverkehrsmitteln liegen.

Welche sind einige der Merkmale ländlicher Gebiete in Bezug auf On-Demand-Mobilität? Machen diese Merkmale es einfacher oder schwieriger für Betreiber?

In sehr ländlichen Gebieten ist der Abstand zwischen Zielen größer, sodass das Bündeln  von Fahrgästen in weniger effizient sein kann als in urbaneren Vororten. In diesem Fall können Zubringerdienste in Kombination mit Free-Floating Diensten ein gutes Servicekonzept sein.

Darüber hinaus ist der Einsatz von Elektrofahrzeugen in ländlichen Gebieten eine große Herausforderung. Im Gegensatz zu großen Bussen haben Minibusse nur wenig Platz für Batteriekapazität.

Es können auch Signalprobleme auftreten, die den Betrieb stören können. Eine Lösung könnte sein, einen Multi-SIM-Onboard-Router zu verwenden, der verschiedene Internetanbieter nutzt. Eine andere Lösung besteht darin, den Fahrplan für den Tag als PDF-Datei auszudrucken, damit der Fahrer ihn als Referenz verwenden kann, jedoch würden darin nur die vorab gebuchten Passagiere aufgeführt, was weniger Flexibilität für Stornierungen und Buchungen an diesem Tag bedeutet.

Wie kann DRT zur Zugänglichkeit und Inklusion beitragen?

Studien legen nahe, dass Menschen, die keinen guten Zugang zu Mobilität haben, einem viel höheren Risiko der sozialen Isolation ausgesetzt sind. Dies kann wiederum Gesundheitsrisiken fördern, zu Arbeitslosigkeit und mangelndem Zugang zu lebenswichtigen Gütern und Dienstleistungen führen. On-Demand-Angebote können für unterversorgte Gebiete entscheidende Vorteile bringen.

Wie interagieren On-Demand-Verkehre mit anderen öffentlichen Verkehrsmitteln, einzeln und in einer MaaS-Plattform?

Eines unserer wichtigsten Prinzipien ist die Integration von On-Demand-Mobilität in das bestehende Verkehrsnetz. Der Verbot von Wettbewerb ist ein sehr effektives Instrument dafür, dass On-Demand-Dienste die festen Busdienste nicht kannibalisieren. Die Nicht-Konkurrenz-Funktion leitet die Nutzer zu den bestehenden festen Linienverkehren um, anstatt eine On-Demand-Fahrt anzubieten.

MaaS ist ein wichtiges Konzept, um On-Demand-Mobilität als Lösung für die erste und letzte Meile zu integrieren und die Menschen mit vorhandenen Diensten zu verbinden. So können Zubringerdienste beispielsweise die Menschen von ihrer gewünschten Haltestelle zu wichtigen Knotenpunkten wie Bahnhöfen bringen.

Wie erstellt man einen On-Demand-Dienst, der die Lücke in der allgemeinen Verkehrsversorgung schließt, ohne von festen Linienverkehren abzulenken? 

Padam Mobility hat kürzlich eine neue Funktion eingeführt, die alternative feste Linien-Services anzeigt und die Nutzer direkt auf diese Services umleitet. Auf diese Weise stellen wir sicher, dass On-Demand-Dienste nicht mit dem bestehenden festen Busliniennetz konkurrieren.

Gibt es Beispiele, wie die Integration zwischen Bedarfsverkehren, festen Buslinien und dem Bahnnetz erreicht werden kann?

Ja, in unseren Hintergrundsystemen haben wir die Bus- und Bahnfahrpläne der Regionen hinterlegt. Dadurch werden On-Demand-Fahrten in Abhängigkeit zu den vorhandenen Fahrplänen kalkuliert. Unser bestes Anwendungsbeispiel dafür ist die Paris-Region. Hier betreiben wir über 125 Fahrzeuge, die mehr als 60 U-Bahn-Stationen bedienen.

Auch in Straßburg betreiben wir mit 40 elektrischen Minibussen einen umfassenden On-Demand-Service, der das Straßenbahnnetz in die ländlichen Gebiete rund um das Linienende erweitert.

 

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Hier geht es zum Webinar „Transport Planning and DRT“ (in Englisch)

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Das ULTIMO-Projekt, in Zusammenarbeit mit Padam Mobility, stellt seinen ersten automatisierten On-Demand-Service in Genf vor

Die Schweizer Verkehrsbehörde „Transports Publics Genevois“ (tpg) übernimmt eine Vorreiterrolle bei der Integration von autonomen on-demand Fahrzeugen in das bestehende öffentliche Verkehrssystem. Der im Rahmen des ULTIMO-Projekts ausgewählte Standort in Genf, verfügt nun offiziell über einen automatisierten Shuttle-Verkehr auf Abruf, der über die bereits etablierte regionale On-Demand-App angefordert werden kann.

Das in der Wohnsiedlung Belle-Idée, nur einen Steinwurf von der französischen Grenze entfernt, gelegene Bediengebiet erstreckt sich über eine Fläche von 38 Hektar mit verschiedenen Einrichtungen wie einem Krankenhaus, einem Kindergarten, einem Konferenzzentrum und Restaurants. Im Mittelpunkt dieses innovativen Projekts stehen drei autonome, elektrisch betriebene Fahrzeuge, die die Fahrgäste auf Abruf zu ihren gewünschten Zielen bringen.

Eine revolutionäre Art, sich auf dem Belle-Idée-Gelände in Thônex im Kanton Genf fortzubewegen

Im Gegensatz zu den traditionellen festen Verkehrslinien, können sich die Nutzer dank der autonomen Fahrzeuge und ihrer völlig flexiblen Konfiguration frei auf dem Belle Idée-Gelände fortbewegen. Der Service wird vom 28. September bis zum 30. November 2023 jeden Donnerstag von 10:00 bis 14:00 Uhr angeboten. Die Buchung einer Fahrt erfolgt einfach über die kostenlose tpgFlex-App für iOS und Android, die von Padam Mobility bereitgestellt wird.

Während der Testphase wird jeweils ein tpg-Mitarbeiter an Bord der drei autonomen Fahrzeuge sein, um die Sicherheit und Einhaltung der Vorschriften zu gewährleisten. Diese offizielle Inbetriebnahme folgt auf eine erste Testphase mit autonomen Fahrzeugen in Belle-Idée, die von 2020 bis 2022 stattfand. Sie bereitete den Weg für das ULTIMO-Projekt, das im Dezember 2022 gestartet wurde. ULTIMO, das von der EU und der Schweiz finanziert wird, verfügt über ein Gesamtbudget von 55 Millionen Euro für vier Jahre (2022-2026) und ist für drei Pilotstädte in Europa geplant, darunter Genf (Schweiz), Herford (Deutschland) und Oslo (Norwegen). Die Projektpartner planen, in den kommenden Jahren mehrere automatisierte On-Demand-Dienste einzurichten, um den öffentlichen Verkehr zu verbessern, insbesondere in dünn besiedelten Gebieten oder zu verkehrsschwachen Zeiten.

Die Zukunft des Genfer Verkehrs

Mit der Lancierung dieses neuen Mobilitätsservice, bringen tpg und seine Partner den öffentlichen Transport in Genf einen Schritt weiter in Richtung Zukunft. Der visionäre Ansatz kombiniert Spitzentechnologie mit benutzerorientierter Flexibilität, verbessert die Zugänglichkeit und reduziert schädliche Emissionen.

 

Über Padam Mobility

Padam Mobility, ein wichtiger Partner des ULTIMO-Projekts, ist auf die Optimierung von Lösungen für die gemeinsame Mobilität spezialisiert. Ihr Fachwissen liegt in der Entwicklung von Softwarelösungen für On-Demand- und Shared Transport, was sie zu einem idealen Partner für die Weiterentwicklung von automatisierten On-Demand-Verkehrsdiensten macht. Das interne Projekt-Team für automatisierte On-Demand-Dienste hat eine spezielle Lösung für die Orchestrierung von AV-Flotten entwickelt. Dies macht Padam Mobility zu einem starken Partner nicht nur für On-Demand-Transport-Projekte, sondern auch für die Bereitstellung von automatisierten Flotten. Ihre technischen Lösungen decken alle wichtigen Schritte ab, die für die Umsetzung von AV-Projekten erforderlich sind, vom Schichtenmanagement bis zur Buchung und Registrierung der Fahrgäste an Bord.

Über ULTIMO

Das Projekt ULTIMO ist eine Initiative der EU und der Schweiz, an der mehr als 20 Projektpartner aus den Bereichen Technologie, Industrie und Wissenschaft beteiligt sind. Das gemeinsame Ziel der Partner ist die Integration von groß angelegten, bedarfsgerechten und fahrgastorientierten automatisierten Fahrzeugdiensten in das traditionelle öffentliche Verkehrssystem. Um dies zu erreichen, erforschen und begleiten verschiedene branchenübergreifende Teams den Einsatz von CCAM-Systemen (Cooperative, Connected and Automated Mobility) an ausgewählten Einsatzorten in verschiedenen Teilen Europas.

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On-Demand-Service „callheinz“ wird um neues Bediengebiet im Landkreis Rhön-Grabfeld erweitert

callheinz Rhön-Grabfeld

Im Mai diesen Jahres startete der On-Demand-Service „callheinz“ in den Landkreisen Schweinfurt und Kitzingen, mit dem Ziel das öffentliche Nahverkehrsangebot auszubauen und Groß und Klein den Zugang zu flexiblen, kostengünstigen Transportalternativen zu ermöglichen. Nun wird der Service erweitert – seit dem 1. September wird auch das östliche Grabfeld von „callheinz“ bedient.

Die verschiedenen „callheinz“ Slogans, entwickelt von der Designagentur jo’s büro für Gestaltung, „Fährt wo sonst keiner fährt“ oder „Mobilität, wo du sie brauchst“ scheinen für das landkreisübergreifende Mobilitätsprojekt wie die Faust aufs Auge zu passen. Die Bilanz nach den ersten Monaten „callheinz“ fällt in den Landkreisen Schweinfurt und Kitzingen äußerst positiv aus. Nach nur drei Monaten konnte der Service bereits über 7000 Fahrten verbuchen. Diese erfreulichen Zahlen zeigen, dass der Mobilitätsdienst in der Tat dort fährt, wo er gebraucht wird und eine echte Transportalternative in den ländlichen Gebieten der Region darstellt.

Dank der innovativen On-Demand-Lösungen von Padam Mobility können bald auch weitere Fahrgäste von dem Mobilitätsdienst profitieren, denn Anfang September werden auch Gemeinden des Landkreises Rhön-Grabfeld von „callheinz“ erschlossen. Das gemeinsame Mobilitätsprojekt bietet für die drei Landkreise wichtige Vorteile. Das gesamte regionale ÖPNV-Angebot wird durch den On-Demand-Service erweitert und besser miteinander vernetzt, zudem sparen sie wichtige Ressourcen, benötigen beispielsweise nur ein Callcenter und können auf die gleiche technische Infrastruktur zugreifen. Gemeinsam lässt sich die Marke „callheinz“ einfacher etablieren und kann so eine größere Nutzerschaft erreichen.

Im neuen Bediengebiet Rhön-Grabfeld können Nutzer und Nutzerinnen an 115 Haltepunkten zu- oder aussteigen. Um eine Fahrt zu buchen, können sie einfach die „callheinz“ App herunterladen oder eine kostenfreie Hotline anrufen. Spontane Buchungen sind bis 30 Minuten vor gewünschter Abfahrt möglich, wer langfristig planen möchte, kann Buchungen bis zu 31 Tage im Voraus tätigen. Fahrten können entweder per App oder direkt beim Fahrer bezahlt werden. Wer die App nutzt, kann den Fortschritt seines Fahrzeugs sogar in Echtzeit verfolgen.

Die intelligenten Algorithmen von Padam Mobility berechnen laufend, welche Nutzer mit gleichem Fahrtziel in welchem Fahrzeug zusammen befördert werden können und erstellen für den Fahrer eine optimale Route. Auf diese Weise werden leere Fahrzeugkilometer gespart, wobei gleichzeitig dafür gesorgt wird, dass Fahrgäste so schnell wie möglich an ihr gewünschtes Ziel kommen. Mit dieser Herangehensweise werden nicht nur aktuelle Mobilitätsprobleme gelöst, sondern auch die Grundlage für eine vielversprechende Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs gelegt. Die stetige Erweiterung von „callheinz“ auf neue Gebiete zeigt, dass innovative Lösungen wie diese den Bedürfnissen der Menschen in ländlichen Regionen gerecht werden können.

Dimitrios Andrikos, Projektleiter Hacon/Padam Mobility: Die erfolgreiche Einführung von ‚callheinz‘ im Landkreis Rhön-Grabfeld ist für uns ein weiterer Meilenstein auf dem Weg, gemeinsam mit unseren Kunden moderne und bedarfsgerechte Mobilitätslösungen in ländlichen Regionen zu verwirklichen. Es gibt sehr viel positive Resonanz von den Nutzern in den bereits bedienten Landkreisen, und wir sehen darüber hinaus auch weiteres Potenzial, den öffentlichen Nahverkehr in der Region nachhaltig zu verbessern. Unser Ziel ist es, den Menschen mehr Flexibilität und Komfort zu bieten, während wir gleichzeitig den Verkehr effizienter gestalten und damit einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität leisten.“

 

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Verkehrsverbund Großraum Ingolstadt (VGI) erweitert VGI-Flexi Servicegebiet in Kooperation mit Padam Mobility: Schernfeld, Dollnstein und Mörnsheim werden ab August bedient

Wer Anfang August seine VGI-Flexi-App öffnet, entdeckt neben den bisherigen Gebieten Beilngries, Scheyern und Denkendorf nun auch die neue Rufbuslinie FX10 Dollnstein, die die Orte Schernfeld, Dollnstein und Mörnsheim bedient.

Der Verkehrsverbund Großraum Ingolstadt (VGI) weitet seinen On-Demand-Service auf ein weiteres Gebiet im Landkreis Eichstätt aus. Mit den Lösungen von Padam Mobility können Bewohner und Gäste in der Region Fahrten mit den VGI Flexi-Kleinbussen bequem per App, Telefon oder Website buchen. Eine Bindung an einen Fahrplan oder eine bestimmte Fahrtroute gibt es nicht. Fahrten können bis zu 30 Tage im Voraus gebucht werden, spontane Buchungen sind bis 60 Minuten vor gewünschter Abfahrt möglich.

Durch die neu eingerichteten Haltestellen wird zudem der Zugang zum Service für alle Nutzer entscheidend verbessert. Fahrgäste können ihre gewünschte Fahrt mit dem VGI-Flexi an einem der insgesamt 70 Haltepunkte antreten, die über das gesamte Bediengebiet verteilt und mit speziellen Schildern gekennzeichnet sind.

Die Rufbusse bringen die Nutzer entsprechend ihrer Buchungen auf dem schnellstmöglichen Weg an ihr Ziel, wobei unterwegs andere Fahrgäste zu- und aussteigen können. Intelligente Algorithmen berechnen im Hintergrund die beste Reiseroute, um so viele Buchungen wie möglich gleichzeitig mit demselben Fahrzeug bedienen zu können.

Durch den Einsatz dieser Technologie, die auch als Free Floating bekannt ist, werden weniger Leerfahrten unternommen und kürzere Reiserouten gewählt. In den ländlichen Teilen des Landkreises Eichstätt trägt der VGI-Flexi so zu einem besseren ÖPNV-Angebot für die Bevölkerung bei und reduziert langfristig die Umweltbelastung durch den individuellen Autoverkehr.

Eine weitere wichtige Verbindung bietet der VGI-Flexi zum Bahnhof Dollnstein und dem Eichstätter Stadtbahnhof. Im Stundentakt steuert der Service jeweils einen Bahnhof an, um den Fahrgästen einen nahtlosen Umstieg zum Regionalverkehr zu ermöglichen und Pendler bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln von A nach B zu bringen.

Durch den VGI-Flexi wird das öffentliche Verkehrsangebot des VGI insgesamt gestärkt Der VGI-Flexi FX10 Schernfeld, Dollnstein und Schernfeld ist von Montag bis Freitag von 5:30 bis 20:30 Uhr und am Wochenende sowie an Feiertagen von 7:30 bis 20:30 Uhr unterwegs. Das VGI-, Bayern- und Deutschlandticket sind an Bord gültig, außerdem können Fahrgäste ihre Fahrt direkt beim Fahrer bezahlen.

Auch in Zukunft werden der VGI und Padam Mobility daran arbeiten, weitere Bereiche des Verkehrsverbundes in die On-Demand-Plattform zu integrieren und so schrittweise ein umfassendes, attraktives Rufbus-Angebot für die Region zu entwickeln.

 

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Von Mobilitätsberatung und Transport-on-Demand

Eine allumfassende Versorgung mit öffentlichen Transportmitteln ist in vielen ländlichen Gebieten eine Wunschvorstellung – auch in Deutschland. Für viele Gemeinden und Kommunen ist es finanziell häufig nicht möglich, einen attraktiven öffentlichen Verkehr anzubieten und oftmals auch gar nicht angebracht. In dünn besiedelten Gebieten macht es kaum Sinn, einen ÖPNV nach städtischem Vorbild einzurichten. Trotzdem sollte das nicht die Ausrede sein, gar keinen öffentlichen Transport anzubieten und damit Menschen ohne Zugang zu einem privaten Auto vom öffentlichen Leben auszuschließen.

Das (Wieder-)Beleben von Verkehrswüsten ist ein schwieriges, langfristiges Projekt, das jedoch von fortschrittlichen lokalen Behörden in Angriff genommen wird.

Das Transportberatungsteam von Padam Moblity befasst sich mit der Frage, wie On-Demand-Mobilität eingesetzt werden kann, damit mehr Menschen einen besseren Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln erhalten. Mit unseren Verkehrsplanungsinstrumenten analysieren wir das bestehende Transportnetz und die Bevölkerung und ermitteln, wie diese am besten zusammengebracht werden können. Auf der Grundlage dieser Analyse können wir die Nutzung simulieren, um den zuständigen Behörden zu zeigen, welches Fahrtenaufkommen zu erwarten ist, und dies anhand verschiedener Szenarien und Konfigurationen untersuchen. Dies ist ein kostengünstiger Weg, den Kommunen zu helfen, Entscheidungen über ihr Verkehrsnetz zu treffen und herauszufinden, wo On-Demand-Mobilität es verbessern kann. Sobald wir verschiedene Optionen aufgezeigt haben, schlagen wir auf dieser Grundlage möglich Pilotprojekte vor.

Verkehrsanbindungen und feste Routen können ein kompliziertes Gespann sein, besonders in ländlichen Gebieten. Zur Veranschaulichung der Situationen, mit denen wir uns befassen, stellen Sie sich vor, Sie versuchen, Fahrgäste zu einem Bahnhof zu bringen, an dem die Züge alle 30 Minuten in beide Richtungen abfahren – es gibt also jede Stunde einen Zug nach Stadt A oder Stadt B. Diese Bedienungshäufigkeit ist für einen kleineren ländlichen Bahnhof nicht ungewöhnlich – man könnte sogar behaupten, dass sie heutzutage ziemlich gut ist -, aber sie bereitet jedem, der einen Zubringerdienst mit einem festen Linienbus plant, Kopfschmerzen.

Die Geschwindigkeit von Bussen auf Landstraßen ist nicht sehr hoch. Auf kleineren Straßen oder beim Durchfahren von Siedlungen kann die Durchschnittsgeschwindigkeit bei etwa 30 km/h liegen (Haltestellen nicht eingerechnet). Selbst wenn die Durchschnittsgeschwindigkeit insgesamt 30 km/h beträgt, bedeutet dies, dass die längste mögliche Strecke, die man mit einem einzigen Fahrzeug zurücklegen kann, während man gleichzeitig einen stündlichen Anschlussdienst anbietet, 16 km beträgt (da der Bus auch eine Rückfahrt machen muss). Berücksichtigt man die Entfernung, die die Fahrgäste bereit sind, zu Fuß zu den Haltestellen zurückzulegen (die bei älteren Fahrgästen oder Personen mit kleinen Kindern sehr gering sein kann), schrumpft die von einer Linie bediente Bevölkerung noch weiter.

Außerdem stellt sich die Frage, wann Sie Ihre Fahrgäste am Bahnhof absetzen und abholen. Die Wartezeit auf einen Anschlusszug wirkt sich nicht nur auf die Fahrtzeit, sondern auch auf die Gesamtqualität der Reise aus, insbesondere wenn es sich um einen kleinen Bahnhof ohne Infrastruktur handelt. Im Idealfall muss zwischen der Ankunft des Busses und der Abfahrt des Zuges so viel Zeit liegen, dass eine Verspätung von ein paar Minuten nicht zu einem verpassten Anschluss führt, aber auch nicht so viel, dass die Fahrgäste über einen längeren Zeitraum auf einem kalten, ungeschützten Bahnsteig warten müssen. Wenn der Bus den Bahnhof stündlich ansteuert, kann es sein, dass er nur gut an die Verbindungen nach Stadt A anschließen kann, während man auf den Zug nach Stadt B vielleicht 20 oder 30 Minuten warten muss.

Was ist mit den Fahrgästen, die den Anschlusszug noch erreichen wollen? Zwar könnte man eine gewisse Wartezeit am Bahnhof einkalkulieren, aber das würde die Gesamtlänge der Strecke verringern, die man bei gleichbleibender Taktfrequenz zurücklegen kann.

Unter diesen Umständen ist ein Transport-On-Demand Modell, bei dem man eine Buchung über ein Callcenter oder eine App vornimmt, vor der Haustür abgeholt wird und im Fall einer Störung des Anschlusszuges umbuchen oder umsteigen kann, sehr verlockend.

Ein zweiter Vorteil von On-Demand-Mobilität ist, dass die Fahrzeuge eine direktere Route nehmen können. Wenn eine feste Buslinie so angelegt wird, dass sie mehrere Haushalte ansteuert (damit sie mehr Menschen mitnehmen kann), bedeutet dies in der Regel, dass die Route nicht direkt ist. So kann sie beispielsweise durch eine Wohnsiedlung abseits der Hauptroute führen oder in ländlichen Gebieten durch ein Dorf, wodurch eine weniger direkte und viel längere Route mit mehr Haltestellen entsteht. Natürlich gibt es keine Garantie dafür, dass an all diesen Haltestellen Menschen auf einen Bus warten, trotzdem ist der Bus verpflichtet, den Fahrplan einzuhalten. Dadurch werden die Fahrten länger als die entsprechenden Fahrten mit dem Auto, oft um ein Mehrfaches der Fahrzeit. Im Gegensatz dazu wird ein On-Demand-Fahrzeug nur umgeleitet, um bereits gebuchte Fahrgäste aufzunehmen. Die Fahrt mag so vielleicht länger sein als mit dem Auto, aber der Unterschied ist deutlich geringer.

All diese Überlegungen fließen in die Konzeption von On-Demand-Services mit ein. Aber das ist noch nicht alles. Sobald ein Pilotprojekt eingerichtet ist, kann unser Verkehrsplanungsteam verschiedene Szenarien simulieren, um herauszufinden, wie man die Leistungsfähigkeit verbessern kann. Werden zu bestimmten Tageszeiten mehr Fahrzeuge benötigt oder können bestimmte Strecken gestrichen und Fahrten neu organisiert werden, um die gleiche Leistung zu gewährleisten?

Längerfristig wird so ein ÖPNV-Angebot gestaltet, das die Wünsche der Fahrgäste berücksichtigt. On-Demand-Buchungen ermöglichen es uns, die bevorzugten Verbindungen zu erkennen. Anhand der Start- und Zielorte sowie der Tageszeiten, zu denen die Fahrgäste Fahrten buchen, können wir ermitteln, ob Strecken zu bestimmten Tageszeiten halbfest oder fest eingerichtet werden sollten. Je höher die Fahrgastzahlen sind, desto einfacher und realistischer lassen sich diese Konfigurationen vornehmen.

On-Demand-Mobilität ist ein wichtiges Instrument der Verkehrsplanung, mit dem wir ein Netz entwerfen können, das die Mobilitätsbedürfnisse unterschiedlichster Zielgruppen befriedigen kann – und das die Verkehrswüsten zum Blühen bringt.

 

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Padam Mobility: 5 Millionen Fahrten in nur vier Jahren durchgeführt

Der französische Marktführer für Transport-on-Demand hat sich innerhalb der letzten Jahre zu einem weltweit bedeutenden Akteur der Branche entwickelt. Nun gibt es allen Grund zu feiern: In nur vier Jahren (seit 2019) haben alle On-Demand-Services von Padam Mobility zusammen über 5 Millionen Fahrten durchgeführt. Eine Zahl, die für den Erfolg des innovativen Mobilitätsangebots spricht.

Anfänge ausserhalb Frankreichs

Im Sommer 2016 führt Padam Mobility einen seiner ersten Transport-on-Demand-Dienste mit RATP Dev in Bristol, Großbritannien ein. Es folgen Projekte im Großraum Paris und in Orléans. Die dort eingesetzten On-Demand-Services zählen heute zu den größten weltweit. Seit dem Jahr 2021 ist Padam Mobility Teil des Siemens-Konzerns und ergänzt dessen Portfolio digalter Transportlösungen. Heute setzen mehr als hundert französische und internationale Gebiete Padam Mobilitys On-Demand-Lösungen ein.

Padam Mobilitys Erfolgsgeschichte in Zahlen

  • Mehr als 180.000 beförderte Nutzer
  • Lösungen, die in mehr als 140 Gebieten auf der ganzen Welt eingesetzt werden
  • Eine durchschnittliche Zufriedenheitsnote von 4,8/5
  • Mehr als 80 Mitarbeiter in Paris und Lyon
  • Mehr als 5 Millionen Fahrten in 4 Jahren

Sowohl die Anzahl der Fahrgäste pro Monat, als auch die Auslastung der eingesetzen Fahrzeuge steigen exponentiell an, was darauf hindeutet, dass die Marke von 10 Millionen Fahrten schneller als erwartet erreicht wird. Inzwischen verzeichnen die Services gemeinsam über 300.000 Fahrten pro Monat – ein sehr posititves Zeichen, dass immer mehr Nutzer und Nutzerinnen von On-Demand-Mobilität überzeugt sind und das private Auto stehen lassen.

On-Demand-Mobilität benötigt mehr Aufmerksamkeit

Trotz dieser positiven Entwicklungen bleibt es wichtig, die Vorteile des bedarfsgesteuerten Transports immer wieder hervorzuheben. In vielen Regionen setzen Behörden immer noch auf den Einsatz fester Linien, obwohl diese häufig unrentabel sind und nicht dem Bedarf der Einwohner und Einwohnerinnen entsprechen. Mit einer Gruppierungsrate der Fahrzeuge von bis zu 80 % sind On-Demand-Transporte in dünn besiedelten Gebieten durchschnittlich dreimal günstiger, als die Einrichtung von festen Linien. Einer von fünft Nutzern gibt sogar an, dank dieser alternativen Mobilitätslösung auf die Nutzung eines Privatwagens gänzlich verzichten zu können. On-Demand-Dienste tragen zudem zu einem inklusiveren Transportangebot bei und sind eine umweltfreundliche Fortbewegungsart.

On-Demand-Mobilität von Padam Mobility – ein nachhaltiges Mobilitätskonzept für Kommunen

Es gibt viele Gründe, die den Erfolg der regionalen On-Demand-Services von Padam Mobility erklären, etwa die Erschließung von Gebieten mit geringer Bevölkerungsdichte, flexible und kostengünstige Investitionen, positive Auswirkungen auf die Umwelt und soziale Integration. Der Marktführer hat in ganz Frankreich zahlreiche Dienste einrichten, die den Besonderheiten jedes Gebiets gerecht werden: Flex’Hop in Straßburg, Txik Txak im Baskenland, RESA’TAO in Orléans, PLUS DE PEP’S in Marne-la-Vallée, Ilévia Réservation in Lille, Résago in Amiens, TPG Flex in Genf oder TLC in Lyon.

[Der On-Demand-Transport] bietet eine flexible, schnelle und umweltfreundliche Verkehrslösung, die es ermöglicht, einen Service anzubieten, der den Mobilitätsbedürfnissen der Einwohner und Arbeitnehmer in den am wenigsten dicht besiedelten Gebieten des Ballungsraums entspricht, und so insbesondere Verbindungen von Peripherie zu Peripherie zu ermöglichen, die derzeit mit dem klassischen Busliniennetz schwierig sind.“

Robert Hermann, damaliger Präsident der Eurometropole Straßburg

Großprojekte in Frankreich und im Ausland

Gemeinsam mit Setec und Webhelp wurde Padam Mobility mit der Entwicklung und Einführung der Marke TAD Île-de-France-Mobilités beauftragt. Mit fast 40 bedienten Gebieten, 123 Fahrzeugen im Einsatz und einer Million Fahrten im Jahr 2022 ist TAD IDFM ein Pionier in Europa und das größte Transport-On-Demand-Netzwerk weltweit. Eine echte Meisterleistung für ein Gebiet mit einer Ausdehnung von 12.000 km².

Auch auf internationaler Ebene ist Padam Mobility ein wichtiger Player im On-Demand-Sektor. Einige der größten Projekte sind der regionale Service VGI-Flexi für den Verkehrsverbund Großraum Ingolstadt und Holibri in Höxter (Deutschland), QuiBus in Rovigo und Colbus in Bologna (Italien), Avanza TAD in Malaga (Spanien) oder auch Call Connect in Lincolnshire und HertsLynx für das Hertfordshire County Council (Großbritannien). All diese erfolgreichen Beispiele zeigen den wachsenden Bedarf und steigende Nutzernachfrage an öffentlichen Transportalternativen.

 

Über Padam Mobility, ein Siemens Mobility Tochterunternehmen

Seit 2014 entwickelt Padam Mobility digitale Lösungen für dynamischen On-Demand-Verkehr, um peri-urbane und ländliche Gebiete zu transformieren und allen Menschen attraktive Transportmöglichkeiten zu bieten. Um dies zu erreichen, bietet das Unternehmen Verkehrsbetrieben und Kommunen eine Software-Suite mit intelligenten und flexiblen Lösungen an, die die Mobilität insbesondere dort verbessern, wo die Nachfrage gering ist. Diese Suite basiert auf leistungsstarken Algorithmen und künstlicher Intelligenz. Seit 2021 gehört Padam Mobility zum Siemens-Konzern und ergänzt dessen Portfolio an digitalen Lösungen für den öffentlichen Transport.

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Flexibles und umweltfreundliches Bedarfsverkehrsangebot „AktiVVo“ startet im Landkreis Augsburg

Padam Mobility stellt das On-Demand-System für das neue Mobilitätsprojekt des Augsburger Verkehrs- und Tarifverbundes (AVV)

 Mit „AktiVVo“ startet am 1. Juni der erste Bedarfsverkehr im Augsburger Verkehrs- und Tarifverbund. Um das öffentliche Mobilitätsangebot seiner ländlichen Regionen attraktiver zu gestalten, setzt der AVV bei der Umsetzung des Pilotprojektes auf die On-Demand Technologie von Padam Mobility.

Der Service wird zu Beginn in den Regionen Holzwinkel und Altenmünster, Roth- und Zusamtal unterwegs sein und Fahrgäste im definierten Bediengebiet von oder zu einer der über 360 Haltestellen befördern. Die Haltepunkte wurden so gewählt, dass Nutzer eine möglichst geringe Wegstrecke zurücklegen müssen und somit ein problemloser Zugang zum Service für alle gewährleistet ist. Auch Fahrgäste, die auf einen Rollstuhl angewiesen oder mit Kleinkindern unterwegs sind, können sich bequem vom „AktiVVO“ befördern lassen – in beiden eingesetzten Fahrzeugen ist jeweils für einen Rollstuhl oder einen Kinderwagen Platz vorhanden.

Padam Mobility stellt die digitale Plattform dieser On-Demand-Lösung, die Einheimischen und Besuchern der Region ein verbessertes und einfach zugängliches öffentliches Nahverkehrsangebot bieten wird. Nutzer und Nutzerinnen steht eine mobile App zur Verfügung, über die sie Fahrten buchen und den Fortschritt des Fahrzeugs in Echtzeit verfolgen können. Wer keine App nutzen möchte, kann alternativ per Telefon-Hotline buchen.

Der Service bringt Nutzer während der Bedienzeiten von Montag bis Freitag von 6:00 Uhr bis 20:00 Uhr und samstags von 8:30 Uhr bis 18:00 Uhr auf dem schnellsten Wege an ihr gewünschtes Ziel. Dabei macht es das On-Demand-System von Padam Mobility möglich, Fahrtanfragen im Voraus und in Echtzeit zu berechnen und Personen mit ähnlichem Fahrtziel im gleichen Fahrzeug zu bündeln. Die Fahrer bekommen in einem speziellen Hintergrundsystem angezeigt, wie viele Personen an welchen Haltepunkten warten und werden ausschließlich anhand der vorliegenden Buchungen durch das Bediengebiet gelotst. Eine feste Linie muss nicht abgefahren werden. Anders als bei fahrplangebundenen Linienbussen werden auf diese Weise Fahrten bedarfsgerecht durchgeführt, leere Kilometer eingespart und die Fahrtzeit signifikant verkürzt.  

Das gesamte Bediengebiet ist in vier verschiedene Tarifzonen unterteilt, der Fahrpreis ergibt sich, je nachdem, wie viele Zonen bei einer Fahrt durchfahren werden. Dabei ist die AktiVVo-Nutzung ohne Aufpreis mit den regulären AVV-Tickets möglich. Von Einzeltickets über Streifenkarten, Tagestickets, Zeitkarten und Abos bis hin zum Deutschlandticket – alle Fahrscheine werden im AktiVVo anerkannt. Fahrgäste, die noch kein Ticket besitzen, können wie auch in den Regionalbussen, ein Ticket bar beim Fahrer kaufen oder die Streifenkarte abstempeln.

 

Die Projektbeteiligten freuen sich auf den Start des AktiVVo am 01.06.2023. Im Bild von links nach rechts: Bgm. Bernhard Uhl (Markt Zusmarshausen), Bgm. Florian Mair (Altenmünster), Bgm Anton Gleich (Bonstetten); Bgm Thomas Hafner (Horgau), Landrat Martin Sailer (Landkreis Augsburg), Dr. Linda Kisabaka (AVV-Geschäftsführerin), Bgm. Heinrich Jäckle (Heretsried), Bgm. Sebastian Bernhard (Adelsried), Bgm Karl-Heinz Mengele (Emersacker), Bgm. Stefan Scheider (Welden), Simone Hummel (Entwicklungsforum Holzwinkel und Altenmünster e.V., Felix Adam (Geschäftsführer DB Regio Bus Bayern)
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