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Demand-Responsive Transport zu kostspielig

Ist Demand-Responsive Transport zu kostspielig? In dieser Artikelserie versuchen wir, mit Missverständnisse über bedarfsgesteuerten Verkehr (DRT) und Shared- Mobility aufzuräumen.
Missverständnis #2: “DRT ist eine finanzielle Belastung.” 

Einige Akteure im Bereich Mobilität zögern, einen dynamischen DRT-Service einzurichten, da sie die “exorbitanten” Kosten fürchten. Aber das ist zu kurzfristig gedacht.

Vorab Bedürfnisse erkennen

Vor der Einführung eines DRT-Services ist es ratsam, eine umfangreiche Studie durchzuführen, da jedes Gebiet seine eigene Mobilitätslogik hat.
Dazu eignen sich am besten Workshops mit gewählten Vertretern, Nutzern und lokalen Interessenvertretern, um den Bedarf, die Erwartungen und ein “angemessenes” Angebot zu ermitteln (Preisgestaltung, Anzahl der eingesetzten Fahrzeuge, Anzahl der angebotenen Fahrten usw.).
Anschließend ist es empfehlenswert, das System und seine Ausgestaltung durch einen verlängerbaren Auftrag zu testen und dabei so viele Daten wie möglich über die Organisation und den Betrieb des Services zu sammeln.

Die Vorteile des “versement mobilité” (Frankreich) nutzen

Die Herausforderung besteht darin, die Ausgaben zu kontrollieren, indem die Routen optimiert werden. Die lokalen Behörden können einen Teil davon kompensieren, indem sie einen Teil des “versement mobilité des entreprises” (Geschäftliche Mobilitätszahlung) einbehalten. Seit Einführung des neuen französischen Mobilitätsgesetz (LOM) im Dezember 2019, ist es das ersehnte Finanzinstrument für den DRT. Investitionen in digitale Tools verbessern die Dienstleistungen des DRT erheblich, erleichtern die Suchanfragen und beschleunigen Buchungen.

Das “versement mobilité” ist sogar in der Lage, die gesamten Betriebskosten decken. Die Stadtgemeinde Pays de Saint-Omer, die 490.000 Euro pro Jahr für ihren ländlichen DRT-Betrieb aufwendet, wird laut Marc Thomas, ihrem Vizepräsidenten für Verkehr, “vollständig durch das versement mobilité finanziert” (La Gazette des communes, 2020).

Vergleichen, was vergleichbar ist

Ein intelligentes und dynamisches DRT-System ersetzt oder optimiert oft “klassische” DRT-Services. Die Bedeutung der DRT-Konfiguration in Bezug auf ihre Kosten wird oft unterschätzt. Schlecht optimiert, schlecht gepoolt, schlecht beworben, kann sich der Service tatsächlich als überteuert erweisen. Die Gewinne, die sich aus einer besseren Konfiguration mit den richtigen Instrumenten ergeben, sind enorm. In Orleans konnten durch den Einsatz von Padam Mobility-Lösungen die Betriebskosten des Résa’Tao-Dienstes um rund 30 % gesenkt werden. 

Gedacht als intermodaler Dienst oder als Zubringerdienst zu bestehenden Linien, erhöht der dynamische DRT die Kapazität der modernisierten DRTs bei gleichzeitiger Ausweitung des Angebots, besonders in dünn besiedelten Gebieten. Da das gesamte Netz davon profitiert, sollten seine Kosten ganzheitlich, im Bezug auf das Gesamtnetzt, analysiert werden.

Die Transportbranche ist nach wie vor hoch subventioniert!

Wie der übrige öffentliche Verkehr ist auch der DRT stark subventioniert. Der Nutzer zahlt nur etwa ein Drittel der Kosten für den Transportbetrieb. Dieser öffentliche On-Demand-Service  ist daher nicht darauf ausgelegt, profitabel zu sein. Die Gebiete, die er abdeckt, sind weniger dicht besiedelt, schwieriger zu bedienen und erst recht nicht profitabel. Es handelt sich also um eine echte politische und soziale Entscheidung, die auf isolierte Bevölkerungsgruppen ohne Transportmittel ausgerichtet ist.

 

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